Chelat-Therapie

Die Chelat-Therapie ist ein ambulantes Heilverfahren, bei dem dem Körper eine Infusions-Lösung zugeführt wird, die verschiedene Mineralstoffe und Vitamine enthält, vor allem aber den Wirkstoff EDTA (Ethylen-Diamin-Tetra-Acetat). Chelat-Therapie wird überall in der Welt, v.a. in den USA, praktiziert und ist mittlerweile auch eine in Deutschland verbreitete Behandlungsart. Bis heute erhielten etwa 300.000 Patienten rund 4 Millionen Infusionen.

Wirkprinzip der Chelat-Therapie

EDTA besitzt die Eigenschaft, Schwermetalle, zum Beispiel Blei, Kadmium, Quecksilber, Kupfer sowie das häufig damit vergesellschaftete Calcium, im Körper zu binden und über die Niere auszuscheiden und ist sowohl zur Behandlung von bei Metallbelastungen als auch zur Behandlung von Arterienverkalkung (Aterosklerose) hervorragend geeignet.

Die oben genannten Schwermetalle können als potentielle Katalysatoren für überschüssige Freie Radikale fungieren. Die Moleküle des EDTA bilden mit Metall-Ionen, angelagertem Calcium, Schaumzellen, LDL, Fibrin, Fremdeiweißen und anderen Bestandteilen der ateriosklerotischen Ablagerungen eine Ringstruktur, umschließt diese Stoffe wie mit einer Klaue – auf griechisch „CHELE“ – und lässt sie nicht mehr los, bis sie über die Nieren ausgeschieden worden sind. Dadurch wird die Aterosklerose aufgehalten, die Zellfunktion wiederhergestellt, eine Kalzium-Überladung abgebaut sowie die Pathologie der Freien Radikale verringert.

INDIKATIONEN

Inzwischen können wir davon ausgehen, dass fast alle degenerativen Erkrankungen und das frühzeitige Altern durch das zerstörerische Werk der Freien Radikale verursacht wird. 1994 wies Dr. Elisabeth Birklager von der Universität Leiden (Holland) nach, dass Alzheimer, Parkinson, Diabetes, Lungenemphysem und noch weitere 34 Krankheiten neben allen Formen der Durchblutungsstörungen durch ein krankhaftes Maß an Freien Radikalen verursacht werden. Deshalb ist es wichtig, den Körper von Schwermetallen aus der Atemluft, dem Trinkwasser und der Nahrung und aus Amalgamplomben zu befreien, bevor durch die Wirkung der Freien Radikale Krankheiten entstehen.

Dieses Behandlungskonzept ist gleichermaßen für die Behandlung degenerativer Erkrankungen wie auch zur Prävention geeignet. Durchblutungsstörungsbedingte / gefäßbedingte Erkrankungen können sein: Migräne, Impotenz, Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, Hirnleistungsstörungen, degenerative Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen, Rheuma, Morbus Parkinson, arterielle Verschlusskrankheiten, Raucherbein, Bluthochdruck, Ulcus cruris, Lungenfunktionsstörungen, alle degenerativen Augenerkrankungen wie zum Beispiel die Maculadegeneration sowie die Palette der diabetischen Gefäßerkrankungen.

Therapeuten mit ausreichender Erfahrung im Umgang mit der Chelat-Therapie beobachten immer wieder eine erstaunliche Besserung der Gesundheit ihrer Patienten. Angina-pectoris-Anfälle werden vermieden, so dass Patienten, die nach geringfügiger Belastung bereits an stechenden Brustschmerzen litten, durchaus in der Lage sind, nach der Chelat-Behandlung zu einem normalen Arbeitsleben zurückzukehren. Sehr viel eindrucksvoller, aber ebenso regelmäßig wird beobachtet, dass Unterschenkelgeschwüre und diabetische Gangrän an den Füßen in wenigen Wochen abheilen. Auch wenn evtl. bereits abgestorbenes Gewebe chirurgisch entfernt werden muss, sind heilende Ulcera in Folge der Chelat-Therapie als Erfolg zu sehen.

Die über 1.000 amerikanischen Chelat-Ärzte haben in ihren Unterlagen zahlreiche Belege, dass es durchaus möglich ist, auch fortgeschrittene Fälle der arteriellen und coronaren Verschlusserkrankung deutlich zu bessern – eine Beobachtung, die von europäischen Chelat-Therapeuten bestätigt wird. Diese werden häufig von Patienten aufgesucht, die sich wegen ihrer arteriellen Verschlusserkrankung und den sich daraus ergebenden Folgen in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden. Trotzdem hat sich ihr Zustand nach einer verhältnismäßig kurzen Zeit augenfällig positiv geändert.

Die Chelat-Therapie ist vorteilhaft für alle Blutgefäße bis hin zur kleinsten Kapillare, also auch für solche, die für eine Operation entweder zu klein sind oder so tief im Gehirn liegen, dass sie einer Operation nicht zugänglich sind. Bei vielen Patienten sind gerade die kleinsten Gefäße stark befallen. Die EDTA-Therapie regeneriert den Patienten vom Kopf bis zu den Fußspitzen, nicht nur kurze Abschnitte einiger großer Arterien.

Behandlungsablauf

Die Chelat-Therapie ist eine Behandlungsserie, die normalerweise aus 10 bis 30 Infusionen besteht, abhängig von dem individuellen Gesundheitszustand des Patienten. Dabei sind etwa 20 Behandlungen der Durchschnitt, um eine Verbesserung der Arteriosklerose zu erzielen. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass bei sehr schweren Fällen auch mehr Infusionen erforderlich sein können, die ein- bis dreimal pro Woche durchgeführt werden.

Da die Behandlungsdauer in der Regel etwa drei Stunden beträgt, sollte der Patient auch unbedingt so viel Zeit mitbringen. Es trägt nicht zum Therapieerfolg bei, wenn er abgehetzt und nervös, ständig in Zeitnot ist. Während der Infusion sollte ca. ein Liter nichtkohlensäurehaltiges Wasser getrunken und um einer möglichen Unterzuckerung zu vermeiden auch etwas, z. B. Obst, gegessen werden. Die Patienten sitzen oder liegen, können während der Therapie lesen, Musik hören oder auch telefonieren. Sie können essen und trinken oder auch telefonieren.

Prävention

Obgleich die Chelat-Therapie im allgemeinen zur Therapie ausgedehnter arterieller Durchblutungsstörungen eingesetzt wird, ist sie am effektivsten als Vorbeugungsmaßnahme. Mit einer Chelatbehandlung ist es möglich, die schweren Entwicklungen als Folge einer Arteriosklerose zu verhindern. Nur ein „Gramm“ vorbeugende Chelat-Therapie ist besser als ein „Pfund“ Chelat-Behandlung. Hinzu kommt, dass die Vorbeugung auf Dauer bedeutend preiswerter ist als eine Behandlung von Krankheitsfolgen.